Aktuelles in und um Saarlouis

Windräder in saarländischen Wäldern: Naturzerstörung und Beeinträchtigung von Naherholungsgebieten zu befürchten Nur sachliche Diskussionen und die Einführung verbindlicher Vorgaben bringen Windstrom und Naturschutz zusammen

Foto: NABU, Norman Schiwora

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist grundsätzlich zu begrüßen, ob Wasserkraft, Solar- oder auch Windenergie. Dabei sollte aber nicht eine Umweltbelastung durch eine andere ersetzt werden - und überdies bisher intakte Natur zerstört werden. Und eine umfassende Information der Bürger über zu erwartende Eingriffe, z. B. Waldrodungen für Transporttrassen zu und Sicherheitsflächen unter den Windrädern, ist Grundvoraussetzung für eine sachliche Würdigung neuer Planungen und letztlich deren Akzeptanz. 

Aktuell gibt es kontroverse Diskussionen über den geplanten Windpark Schwalbach. Betroffen ist auch die nahe den geplanten Standorten gelegene Knappschaftsklinik. Erwiesen ist inzwischen, dass Fledermäuse (Studie des Bundesamts für Naturschutz aus Februar 2017, https://www.nabu.de/news/2017/02/22029.html) und Zugvögel unter den Anlagen leiden und von ihnen getötet werden, weil sie Kollisionen mit den Rotorblättern weder vorhersehen noch vermeiden können. Inwiefern sich der niederfrequente Schall der Rotoren auf die menschliche Gesundheit auswirkt, ist noch umstritten.

Der NABU hat seine Einschätzung der Windkraftanlagen inzwischen relativiert, siehe https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/wind/161201-nabu-kernforderungen_windenergie.pdf.

Auch wer nicht direkt betroffen ist, aber einen vernünftigen, Natur- und Umwelt schonenden Ausbau der Windenergie will, kann seine Bedenken und Forderungen äußern, z. B. per E-Mail an den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost: R.Jost@SPD-Saar.de.

Mein dringender Appell: Bitte fair und sachlich bleiben!

Wer auch immer sich in Sachen Windkraft in den sozialen Medien engagiert, sollte bei Kommentaren, Postings und E-Mails fair und sachlich bleiben. Polemik und persönliche Angriffe, zumal zwischen denjenigen Organisationen, die sich vordringlich für den Schutz der Umwelt und Natur einsetzen, helfen der Sache nicht weiter und spielen allenfalls denjenigen in die Hände, die sich an der Windkraft bereichern.

 

 

Neues NATURA-2000-Schutzgebiet schon bedroht! Fünf WKA nahe dem Ökosee geplant.

Das Paradies ist bedroht: Lokale Medien berichten, dass auf dem Limberg, sehr nahe dem NATURA-2000-Vogelschutzgebiet Ökosee Dillingen, fünf große Windkraftanlagen (WKA) entstehen sollen. Es ist unumstritten, dass viele Vögel solchen Anlagen zum Opfer fallen, weil sie von den Rotorblättern erfasst und erschlagen werden. Ein Bergrücken in der Nähe des Ökosees, wo eine Vogelzugschneise verläuft und viele Vögel am See rasten, ist als Standort für WKA denkbar ungeeignet und eine Katastrophe für die Vogelwelt.

Bald Vergangenheit? Am See rastende Löffelreiher
Foto: Rudi Reiter
Auch der hübsche Wiedehopf könnte ein Opfer der Rotorblätter werden
Foto: Ralf Bessoth

...und die Begehrlichkeiten wachsen weiter

Im August werden Pläne des Investors Nadeva GmbH vorgestellt, besonders hohe Windräder (mit 200 m die bisher höchsten im Saarland) auf Überherrner und Wadgasser Gebiet zu bauen. Warum diese Höhe? Weil es sich zumindest am Wadgasser Standort um ein Schwachwindgebiet handelt!

Das muss man sich einmal detailliert durch den Kopf gehen lassen: Da werden  Wälder gerodet, um Zuwege und Freiflächen zu schaffen für Windräder, deren Wirtschaftlichkeit (sofern diese ohne Subventionen überhaupt möglich ist) nur durch Gigantismus erreicht werden kann.

Da Windräder auch schon mal in Brand geraten, muss unter ihnen im Umkreis von 500 m gerodet und die Fläche während der Nutzung frei gehalten werden. Und das soll natur- und umweltfreundliche Energieerzeugung sein? Wer - außer der Investor - profitiert davon? Mit welchen Summen an Steuergeldern werden solche "Schwachwindprojekte" gefördert?

Das ist aber noch nicht das Ende. Auch in der Gemeinde Schwalbach sollen Windräder  mitten im Wald errichtet werden. Kann man die WKA denn nicht entlang von Autobahnen oder in Industriegebieten aufstellen, wo die Landschaft eh schon erschlossen und zerschnitten ist?

Interessant die Berichterstattung in der Saarbrücker Zeitung vom 27./28. August 2016 und der kluge Kommentar des Redakteurs Johannes Werres:

Bericht Saarbrücker Zeitung 27./28.08.2016

 

Was Sie noch für die Natur tun können

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Feuersalamander - Alexandra Mohr & Sascha Schmidt (www.herpshots.de)
Feuersalamander - Alexandra Mohr & Sascha Schmidt (www.herpshots.de)

Einen Frosch in der Wiese hinterm Haus gesehen? Einer Kröte über die Straße geholfen? Oder haben Sie vielleicht sogar eine Schlange beim Sonnen beobachtet? Unser Amphibienexperte Sascha Schmidt freut sich über Ihre Meldung.


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Der Ökosee Dillingen - unser Langzeitprojekt

Weitere Infos finden Se auf unseren Ökosee-Seiten.